Europarl050706De

FFII: Europaparlament fordert die Unterstützung von GPL-Software

[ EN ] [ Nachrichten ]


Brüssel, 6. Juli 2006 - Das Europäische Parlament fordert von der Kommission eine Free Software Agenda im Rahmen des Lissabonprogramms. Eine Resolution des Industrieausschusses vom Berichterstatter Pilar del Castillo Vera fand gestern die Unterstützung des Plenums. Der Beschluss spricht auch die Zukunft der europäischen Patentpolitik an. Ein Jahr vorher lehnte das Europaparlament mit breiter Mehrheit die Softwarepatentrichtlinie ab, gegen die auch von Free Software Unterstützern Front gemacht wurde


Kernpunkte

(die offizielle Übersetzung ins Deutsche ist grob mangelhaft und sinnentstellend, deshalb Anmerkungen)

17. fordert die Mitgliedstaaten nachdrücklich auf, für die Bürger und Unternehmen einen innovationsfreundlichen Markt zu schaffen und zu gewährleisten, dass es Verbesserungen bei der Regulierung, den Normen, der öffentliche Beschaffung und den Rechten am geistigen Eigentum gibt; fordert die Kommission nachdrücklich auf, Informationen über den Schutz der Rechte am geistigen Eigentum zu liefern;

18. nimmt die Auffassung der Kommission zur Kenntnis, dass sich die Europäische Union mit einem kostengünstigen, rechtlich sicheren und verbraucherfreundlichen System zum Schutz des geistigen Eigentums ausstatten muss, um für technologisch hoch entwickelte Unternehmen attraktiv zu werden; ist der Auffassung, dass der Schutz des geistigen Eigentums nicht den offenen Zugang zu öffentlichen Gütern und öffentlichem Wissen stören darf; fordert die Kommission dringend auf, eine soziale, wissensbasierte Gesellschaft zu fördern, indem sie beispielsweise kostenlose [sic!] und quelloffene Software unterstützt und Konzepte wie GPL und PDL lizenziert [!]; (in der englischen Fassung: "urges the Commission to promote a socially inclusive knowledge-based society by supporting, for example, free and open source software and licensing concepts like the General Public License (GPL) and the Public Documentation Licence (PDL);")

24. stellt fest, dass ein Gemeinschaftspatent und eine Gemeinschaftsmarke notwendig sind und dass die Gegenseitigkeit zwischen den Patentsystemen Europas, der Vereinigten Staaten und Japans verbessert werden muss; betont, dass das[?] integrierte und auf demokratischen Rechtsprinzipien aufbauende gemeinschaftliche Patentsystem ein Element der Innovationsstrategie werden sollte, in der für ein Gleichgewicht zwischen dem Schutz des gewerblichen Eigentums, der Verbreitung des technischen Wissens und einem freien Wettbewerb gesorgt werden muss; unterstreicht, dass der Patentschutz seinem eigentlichen Zweck, nämlich dem Schutz einer Erfindung, dient und nicht der Kontrolle eines Marktsegments;

25. fordert den Rat auf, die Blockade des Rechtsetzungsprojekts zum vorgeschlagenen europäischen Patent[Gemeinschaftspatent!], was die Sprachregelung anbelangt, aufzuheben;

Parlamentsbeschluss

Quelle: P6_TA-PROV(2006)0301

Analyse

Hosting sponsored by Netgate and Init Seven AG