LtrGorbach0405De

Brief an Vizekanzler und BMVIT-Minister Hubert Gorbach

Sehr geehrter Herr Vizekanzler,

Herzlichen Dank, dass Sie so schnell (und offenbar aus dem Ausland) die Zeit gefunden haben, unsere gestrige Anfrage ueber ein Presseinterview zu beantworten. Möglicherweise ist es diese Schnelligkeit und Ihre ausgiebigen Reise- und anderwertigen Verpflichtungen, die Ihnen bisher nicht die Möglichkeit gab, sich dem "Kompromissvorschlag" über Softwarepatente in jener Weise zu widmen, die nötig ist, um Ihn zu verstehen.

Aus ihren allgemeinen Aussagen glauben wir nämlich zu erkennen, dass Ihnen an den an denselben Zielen gelegen ist, wie den schärfsten Gegnern des "Kompromissvorschlags": Innovationssicherung, Rechtssicherheit und Einschränkung der ausufernden Patentierpraxis des EPA sowie eine Berücksichtung der Interessen aller Mitgliedsstaaten.

Völlig unverständlich ist daher, warum Sie den "Kompromissvorschlag" begrüßen und im Ministerrat unterstützen wollen, verfehlt er doch nicht nur all diese Ziele - die der Parlamentsbeschluss verwirklicht hätte - sondern untergräbt sie sogar nachhaltig.

Damit stehen die gestern von uns vorgebrachten Punkte nach wie vor im Raum. Der "Kompromiss" des Rates in der Frage der Softwarepatente bedeutet:

  1. Eine Enteignung der heimischen !KMU zugunsten ausländischer Großkonzerne.
  2. Den Verlust tausender Arbeitsplätze.
  3. Massive Steuereinbußen für die Republik Österreich.

Weitergehende Informatioen zum Thema finden Sie unter: http://swpat.ffii.org/papiere/europarl0309/cons0401/index.de.html sowie: http://www.ffs.or.at/artikel/position_swp.pdf

Sollten Sie an einer persönlichen Unterredung - auch kurzfristig - interessiert sein, so besteht unser dies bezügliche Angebot selbstverständlich nach wie vor.

Hosting sponsored by Netgate and Init Seven AG