Wiwo050626De

Falsche Zitate in wirtschaftsfeindlichem WiWo-Artikel

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Die Wirtschaftswoche bezichtigt in einem Artikel den FFII "globalisierungskritischer" und "wirtschaftsfeindlicher" Umtriebe und legt seinem Vorsitzenden Hartmut Pilch erfundene Zitate in den Mund. Der FFII sieht in dem Artikel einen Bestandteil einer millionenschweren Desinformationskampagne des von Siemens dominierten Zentralverbands der Elektronischen Industrie, deren Ziel es ist, wirtschaftsfeindliche Überregulierung zugunsten großer Konzerne durchzusetzen und zu deren Mitteln mangels echter Argumente das Schüren von Angst vor der "Gelben Gefahr" und anderen Aspekten der Globalisierung gehört. Hartmut Pilch fordert in einem offenen Brief an die Wirtschaftswoche die Entfernung der falschen Zitate und Maßnahmen zur Korrektur ihres wirtschaftsschädigenden Verhaltens.

Artikel, Replik und Web-Echo

Der Brief

In Ihrem Artikel

schreiben Sie

Woher haben Sie das Zitat, das Sie mir zuschreiben?

Die Behauptung, Patente seien Diebstahl, ist falsch und stammt weder von mir noch vom FFII.

Richtig wäre die Aussage: "Softwarepatente sind eine Form des Diebstahls von geistigem Eigentum". Aber auch das gehört nicht in einen Kontext von "Globalisierungskritik". Dem unversierten Leser müsste vorher erklärt werden, dass das "geistige Eigentum" im Bereich der Software durch Urheberrecht und andere Mechanismen geschaffen und hinreichend wirksam geschützt wird, s.

"Tönen" ist leider eine nur allzu treffende Umschreibung für den Schreibstil des ZVEI und seiner PR-Agentur, an deren millionenschwerer wirtschaftsfeindlicher Desinformationskampagne Sie nun offenbar mitwirken. Wir halten das Eintreten für sinnlose Regulierung zu Lasten der funktionierenden marktwirtschaftlichen Mechanismen der Innovation jedenfalls für wirtschaftsfeindlich. Die große Mehrheit der Unternehmer in Deutschland ist da unserer Meinung.

Sie mögen es trotzdem für "klar" halten, dass Firmen wie Sennheiser mehr Patente zum Schutz gegen die Gelbe Gefahr brauchen, als das Europaparlament ihnen zugestehen will.

Wenn Sie nicht nur den ZVEI sondern auch ein paar Wirtschaftswissenschaftler dazu befragt hätten, hätten Sie u.U. ganz andere Antworten bekommen. Es gibt keine einzige seriöse Studie, die einen Nutzen von Softwarepatenten für die Volkswirtschaft postuliert, und viele, die das Gegenteil belegen, ja z.T. recht akribisch nachweisen

was anhand der weitgehend offensichtlichen Unsinnigkeit der erteilten Patente

eigentlich kaum noch eines Nachweises bedarf.

Gegenteilige Behauptungen aufzustellen, ohne sich die Mühe dieser Recherche zu machen, das würde ich als "Tönen" bezeichnen.

Sie fügen m.E. mit Artikeln dieser Art der deutschen Wirtschaft und dem Ansehen der Presse in Deutschland nachhaltigen Schaden zu. Falls die Entscheidung im Europäischen Parlament in dem von Ihnen für "wirtschaftsfreundlich" gehaltenen Sinne verläuft, werden sich die von sinnlosen Monopolansprüchen geplagten Unternehmen aller Größen auf Jahre hinweg immer wieder bei der "Wirtschaftswoche" bedanken.

Angesichts der unbegründeten Schmähungen und falschen Tatsachenbehauptungen in Ihrem Artikel halte ich es als Nicht-Jurist auch nicht für ausgeschlossen, dass die Mehrheit der Geschädigten Sie vor Gericht zum Schadensersatz heranziehen kann. Das wäre sicherlich eine Prüfung wert. Es gibt zwar kein Marktversagen im Bereich des Geistigen Eigentums der Software, aber es gibt wohl ein Versagen unseres Medienwesens gegenüber Maulwürfen, die sich mit teuren Kampagnen redaktionelle Beiträge in angesehenen Zeitschriften kaufen, um sich zu Lasten der Allgemeinheit staatlich gewährte Pfründe zu sichern.

Ich möchte Sie jedenfalls bitten, das falsche Zitat zu entfernen, und nach Wegen der Wiedergutmachung zu suchen.

Wir veranstalten am Mittwoch in Brüssel eine Pressekonferenz zum Thema

die Ihnen dazu einige Aufhänger geben könnte.

Wir wären auch bereit, einen Ihnen G zu liefern, der -- selbstverständlich globalisierungs- und wirtschaftsfreundlicher Sicht -- Ihren Lesern erklärt, was hier auf dem Spiel steht.

Vielen Dank

Weitere Entwicklung

Unser Rechtsanwalt fordert von der Wirtschaftswoche die Veröffentlichung einer Gegendarstellung, die uns zusteht.

Das Angebot eines (für Wirtschaftswoche weniger peinlichen und für die Leser interessanteren) Gastkommentars hat die Wirtschaftswoche abgelehnt.

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