ZDF Heute-Journal verbreitet erneut Propagandalügen der Patentlobby
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8. März 2005 -- Das Heute-Journal des ZDF verbreitet erneut unkritisch Propagandalügen der Softwarepatentbefürworter und wird damit seinem Auftrag als öffentlich-rechtliches Medium nicht gerecht.
Beanstandungen
Das ZDF schreibt:
- Richtlinie gilt für computergesteuerte Anwendungen in Endgeräten [...] Nach dem Entwurf soll es Patente nur für computergesteuerte Anwendungen in Endgeräten geben, also etwa für Mobiltelefone. Eine generelle Patentierung für Software soll es nicht geben.
Dies ist dem Entwurf nicht zu entnehmen. "Computer-implemente Erfindungen" sind eben nicht "Anwendungen in Endgeräten" sondern Lösungen, die lediglich auf einem Computer ablaufen.
Das ZDF versäumt es, die verharmlosende Propaganda der Patentbefürworter in Zweifel zu ziehen.
Im Juli 2004 hatte das Heute-Journal die Kritiker von Softwarepatenten mit Urheberrechtsverletzern über einen Kamm geschoren und diffamiert. Beschwerden bei ZDF-Gremien führten lediglich zu verständnislosenen und beschönigenden Antwortschreiben, zuletzt vom ZDF-Intendanten Markus Schächter. Nun legt das ZDF mit unwahren Beschönigungen über den Ratstext und Verschweigen der Unregelmäßigkeiten bei der Ratssitzung nach. Diesmal kann man das Verhalten des ZDF allerdings noch leichter als beim letzten mal unter "Nachlässigkeit bei der Recherchearbeit" verbuchen. Seinem Anspruch als gebührenfinanziertes öffentlich-rechtliches Medum dürfte das ZDF allerdings auch hiermit kaum gerecht werden.
Volltext der ZDF-Meldung
- EU-STAATEN VERABSCHIEDEN SOFTWARE-PATENT Richtlinie gilt für computergesteuerte Anwendungen in Endgeräten Der EU-Ministerrat hat eine Richtlinie zur Patentierung von Software verabschiedet. Sowohl das EU-Parlament als auch zahlreiche Regierungen hatten sich allerdings schon im Vorfeld gegen die Richtlinien ausgesprochen. Nach Ansicht des Parlaments würden große Software-Hersteller wie Microsoft bevorzugt, die Interesse an einer weitest möglichen Patentierbarkeit ihrer Programme haben. Die Arbeit unabhängiger Software-Firmen werde damit eingeschränkt, befürchten die Parlamentrarier. Schon vor der Verabschiedung durch den Rat kündigten sie daher an, auch in zweiter Lesung die Haltung der Regierungen abzulehnen. Lieber verabschieden als debattieren Auch auf Seiten des Ministerrats gab es keine einmütige Unterstützung. Polen stellte seine Zustimmung unter Vorbehalt zahlreicher Änderungen in zweiter Lesung, Spanien stimmte laut Diplomaten ganz gegen den Entwurf, Belgien, Italien und Österreich enthielten sich der Stimme. Ungarn, Lettland, die Niederlande, Dänemark und Zypern forderten Nachbesserungen. Luxemburgs Wirtschaftsminister Jeannot Krecké verteidigte dennoch das Festhalten an den Kommissionsvorschlägen. Durch den Abschluss der ersten Lesung könne nun die Gesetzgebungsarbeit ohne weitere Verzögerung in zweiter Lesung weitergehen. Eine erneute Grundsatzdebatte hätte das Verfahren nur weiter verzögert, sagte Krecké. "Vor Microsoft in die Knie gegangen"
- Die Grünen-Fraktion im Europaparlament sprach von einem "Schlag ins
Der zuständige Kommissar Charlie McCreevy lehnte dies ab. Nach dem Entwurf
