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2004-07-15 DE ZDF-Journalist rechtfertigt Film über "Milliardenschäden durch Ideenklauer"

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Serienbrief des ZDF-Redakteurs

Dr. Manfred Ahlers versandte an mehrere Kritiker seines Filmbeitrags für das Heute-Journal folgenden Serienbrief:

Sehr geehrter Herr X,

Schlechte Ausreden

Die Argumentation dieses Briefes übertrifft noch einmal die Unwahrhaftigkeit des Filmstreifens.

Von "deutlicher Abgrenzung" kann keine Rede sein

Ahlers führt sehr wohl beide Vorwürfe ("Raubkopierer und Ideenklauer") am Schluss des Beitrags zusammen, behauptet sie verursachten gemeinsam einen "Schaden in Milliardenhöhe" und unterstellt dabei dem FFII Positionen ("grenzenlose Freiheit im Internet", "freie Weiterentwicklung fremder Software"), die er nicht vertritt, ja sogar entschieden missbilligt.

Von "Einhelligkeit" kann keine Rede sein

Die Veranstaltung war von demonstrierenden KMU-Vertretern umgeben.

Die Hauptredner (Zypries, von Pierer, Schroeder) verwiesen mehrfach auf die Demonstranten da draußen und ihre "Ängste".

Die Softwarepatent-Kritiker waren sowohl in den Festreden als auch in den anschließenden Diskussionsbeiträgen präsent.

Gegen Ende legte Hartmut Pilch im Namen des FFII und seiner 70000 Unterstützer den Finger in die Wunde, wies u.a. auf Herrn von Pierers Falschaussagen über die Position des Europäischen Parlamentes hin, dem laut Pierer und Ahlers ebenfalls "Schäden in Milliardenhöhe" anzulasten sein müssen.

Unabhängig von der Präsenz der von Ahlers geschmähten Kritiker ist es u.a. Aufgabe eines Journalisten, Positionen politischer Akteure, insbesondere mächtiger Akteure wie der Hauptredner dieses Tages, mit kritischer Distanz zu beleuchten und nicht etwa sie ungeprüft zu übernehmen oder gar propagandistisch zu verstärken.

Ahlers hat Schröders Worten einen falschen Kontext unterlegt

Die zitierten Worte von Schröder bezogen sich im übrigen nicht auf Softwarepatente sondern auf "geistiges Eigentum" im allgemeinen und können daher in dieser allgemeinen Form auch vom FFII unterstützt werden.

Schröder hat sich vermutlich mit gutem Grund von einer spezifischen Interpretation seiner Worte im Hinblick auf die Softwarepatentfrage fern gehalten.

Er zeigte auch durch Witzeln über den ihm vom BMJ "vorgeschriebenen" Begriff "Computer-implementierte Erfindung" eine gewisse Distanz. Die Vereinnahmung Schröders für Softwarepatente, wie das ZDF sie betreibt, ist durch die Tatsachen nicht zu rechtfertigen, auch wenn Schröders Redenschreiber (BMJ-Beamte) die Möglichkeit einer solchen Vereinnahmung vielleicht billigend einkalkuliert haben.

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