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Zusammenschluss europäischer Softwarepatentkritiker: Nosoftwarepatents.com wird zu einer Plattform des FFII

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München, 30. März 2005. Im Vorfeld der zweiten Lesung des Europaparlaments zur Softwarepatent-Richtlinie formiert sich die europäische Widerstandsbewegung gegen Softwarepatente neu. Heute wurde bekanntgegeben, dass der FFII e. V. (Förderverein für eine Freie Informationelle Infrastruktur), der den Widerstand gegen Softwarepatente in der EU anführt, die Kampagne Nosoftwarepatents.com übernimmt.

Mit Inhalten in 17 Sprachen spricht NoSoftwarePatents.com ein europaweites Publikum an und vermittelt leicht verständliche Informationen über das strittige Thema. Die Kampagne wurde von Florian Müller, einem Unternehmer und Berater, letztes Jahr mit der Unterstützung von drei Sponsoren -- 1&1, Red Hat und !MySQL AB -- ins Leben gerufen. NoSoftwarePatents.com machte sich schnell dafür einen Namen, keine offenen Worte in der Kritik an Firmen und Organisationen zu scheuen, die für Softwarepatente eintreten.

"NoSoftwarePatents.com ist bei weitem das beste Einstiegsportal zum Thema der Monopolansprüche auf Organisations- und Rechenregeln", sagte Hartmut Pilch, Vorsitzender des FFII. "Florian Müller hat ein bislang fehlendes Bindeglied zwischen verschiedenen Interessentenkreisen geschaffen. Gemeinsam mit 1&1, Red Hat und !MySQL wird unser Medien-Team jetzt die Plattform NoSoftwarePatents.com nutzen, um der großen Mehrheit der Firmen und Einzelpersonen, deren Freiheit und Produktivität von Softwarepatenten bedroht ist, weiter den Rücken zu stärken."

Aus Sicht von NoSoftwarePatents.com-Gründer Florian Müller werde die Übernahme seiner Website "die Führungsposition des FFII weiter festigen". Seine Biographie auf der Website habe -- wie er nun in Erinnerung rief -- vom ersten Tag an darauf hingewiesen, dass er lediglich "vorübergehend sein eigenes Softwareentwicklungsprojekt unterbrochen" hatte, um sich gegen Softwarepatente zu engagieren. Nun sei für ihn "nach einem fantastischen Jahr in der Politik" die Arbeit gekommen, sein eigenes Projekt -- ein Computerspiel -- fortzusetzen, doch von Zeit zu Zeit werde er auch künftig "in den Ring steigen".

Weiterführende Informationen über das Softwarepatent-Richtlinienverfahren

Am 7. März dieses Jahres beschloss der EU-Ministerrat seinen "gemeinsamen Standpunkt" zu Softwarepatenten. Die Entscheidung kam nur zustande, indem sich der dänische Wirtschaftsminister über eine exakte Weisung seines Parlaments hinwegsetzte. Wesentlich umfangreicher als der Richtlinientext selbst sind die zahlreichen unilateralen Erklärungen von Mitgliedsländern, darunter auch von sechs, die ursprünglich zugestimmt hatten, aber sich Änderungen wünschen.

Auch wenn in diesem hart umkämpften Verfahren selten Sicherheit besteht, sieht es danach aus, dass das Europäische Parlament Mitte April seine zweite Lesung beginnen und Anfang Juli abstimmen wird. Da der einhellige Wunsch des Europaparlaments nach Neustart dieses Verfahrens durch die EU-Kommission ohne weitere Begründung abgelehnt wurde, ist nun eine absolute Mehrheit der Mitglieder des Parlaments erforderlich, um Änderungen oder eine komplette Ablehnung zu beschließen. Nach Änderungen durch das Parlament geht der Ball zurück an den EU-Rat und danach in ein mögliches Vermittlungsverfahren.

Über die Kampagne NoSoftwarePatents.com

Die Kampagne NoSoftwarePatents.com wurde am 20. Oktober gestartet und wird von mehreren IT-Unternehmen (1&1, GMX, Schlund+Partner, Red Hat und !MySQL AB) unterstützt. Die von der Kampagne geäußerten Ansichten sind die des Kampagnenleiters und nicht zwangsläufig diejenigen der vorgenannten Unternehmen.

Durch Inhalte in derzeit 17 Sprachen wendet sich die Kampagne an ein europaweites Publikum. Weitere Informationen über die Kampagne sind auf ihrer Website verfügbar.

Über den FFII -- http://www.ffii.org/

Der FFII ist ein in München eingetragener gemeinnütziger Verein für Volksbildung im Bereich der Datenverarbeitung. Der FFII unterstützt die Entwicklung öffentlicher Informationsgüter auf Grundlage des Urheberrechts, freien Wettbewerbs und offener Standards. Über 500 Mitglieder, 1200 Firmen und 80000 Unterstützer haben den FFII mit der Vertretung ihrer Interessen im Bereich der Gesetzgebung zu Software-Eigentumsrechten beauftragt.

Kontaktdaten

Für weitere Informationen zu dieser Ankündigung oder der Kampagne NoSoftwarePatents.com wenden Sie sich bitte an:

Hartmut Pilch Vorsitzender, FFII e.V. Tel. +49 (89) 18979927 phm@ffii.org

Florian Müller Kampagnenleiter, NoSoftwarePatents.com Tel. +49 (8151) 651850 press@nosoftwarepatents.com

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